Kommunalpolitische Auseinandersetzung

Die alternativen Lösungsvorschläge für die Bebauung des „Bahnhofsareal Teil Nord“ wurden den Gemeinderäten mit Planzeichnungen von den Baumschützern und einem unabhängigen Architektenbüro, über das Umweltzentrum Kreis Schwäbisch Hall e.V. zugestellt.
Es wurde sowohl die Tiefgarage als auch die Bushaltestelle in den Lösungsvorschlag mit eingearbeitet, um sowohl die Bebauung des Bahnhofsareals als auch den Erhalt des Grünzugs zu berücksichtigen.
Die Gemeinderäte wurden gebeten mit aller Ernsthaftigkeit die Alternativlösung zu prüfen, um eine für uns alle zukunftsfähige, unserem Stadtklima und den Naturhaushalt schonende Lösung zu finden.
Mit dem Fazit: Der Vorschlag des Umweltzentrums ist bau- und verkehrstechnisch machbar, gefährdet keinesfalls die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes und führt hinsichtlich der Tiefgarage sogar zu einer Kosten- senkung, bewahrt jedoch den ganz überwiegenden Teil des zur Rodung vorgesehenen Gehölzbestandes.

Hier der vollständige Brief der an die Mitglieder des Gemeinderates erging
mit den Alternativlösungen und den Planzeichnungen

https://baumschutzgruppe-sha.com/wp-content/themes/twentyseventeen/assets/pdf/uzalternativplan.pdf

Hier gehts zum Link des Gemeinderats der Stadt Schwäbisch Hall die den Entwurf des Bebauungsplanes und der örtlichen Bauvorschriften Nr. 0174-06 „Bahnhofsareal Teil Nord“ gebilligt haben.
https://ratsinfo.schwaebischhall.de/img_auth.php/2/26/69-21-A2-Entwurf-Planteil-BP-Bahnhofsareal-Nord.pdf

Die Bewertungsvorschläge des Gemeinderates

Sie stützen sich in der Hauptsache auf die Aussagen des Flyers zur Rettung der Bäume am Haller Bahnhof. Auf die Detaillierten Alternativpläne die als Lösungsvorschlag dienen um beiden Seiten gerecht zu werden, wurde bisher kaum bis gar nicht eingegangen, denn es wurden nur 5 Punkten des Flyers besprochen.

Unter dem Button Petitionflyer sind die Punkte aufgeführt, auf die der Gemeinderat eingegangen ist.
Unter dem Button Gemeinderat sind die Bewertungsvorschläge des Gemeinderates ersichtlich.
Unter dem Button Entgegnung stehen die Antworten der Baumschützer.

Bäume sind unsere wichtigsten Verbündeten im Klimaschutz. Sie sind wertvolle Lebewesen, unverzichtbar für ein gesundes Wohnklima,sie produzieren Sauerstoff, wirken kühlend an heißen Tagen und filtern Feinstaub aus der Luft
Aus diesem Grund wird der Eingriff in die baumbestande Böschung am Bahnhof nicht nur entsprechen den gesetzlichen Vorgaben ausgeglichen, sondern auch gemindert, indem die Bebauung im Südosten um ein Drittel zurückgenommen wurde. Dadurch kann in diesem Abschnitt der Böschungsbereich so wie 5 Linden erhalten werden. Die unter dem Baumbestand nicht mehr benötigten Asphaltflächen werden entsiegelt und begrünt. Für die Realisierung der Unterführung des Bahnhofsentree mit Fahrradparkhaus und des geplanten Parkhauses mit der darüber liegenden Wohn- und Geschäftsbebauung wird auf ca. 140 Meter in die Böschung und die Baumallee auf Bahnhofniveau eingegriffen. Der Bereich vor dem Bahnhofsgelände bleibt erhalten. Hier wird es lediglich entlang der Steinbacher Straße für die Schaffung der Bushaltestelle einen Eingriff im unteren Böschungsbereich geben. Zusammen bleiben ca. 180 Meter erhalten.
Bei der „Minderung“ handelt es sich lediglich um den letzten, sich verschmälernden südöstlichen „Zipfel“ der Böschung  (ca.5% der Gesamtfläche), was stadtklimatisch nicht von Bedeutung ist. Die (übrigens sehr  optimistisch angegebenen) Längenangaben verschleiern, dass es sich beim Eingriffsbereich um den breitesten und an dichtesten mit Bäumen bestandenen Teil der Böschung handelt. Wir gehen deswegen von einem Baumverlust zwischen 70 und 80% aus.

Das auf der Südseite des Bahnhofs entstehende neue Wohnviertel heizt zusätzlich das Stadtklima auf. Deswegen werden kühlende, grüne Oasen dort dringend benötigt.
Das Gebiet auf der Südseite des Bahnhofs wurde über Jahrzehnte als Güterbahnhof bzw. gewerblich genutzt und war nahezu vollständig bebaut und versiegelt.  Im neuen Stadtquartier entstehen öffentliche und private Freiflächen mit Baumbepflanzungen sowie begrünte Höfe im inneren der Baufelder. Es sind nur Flachdächer mit einer Pflicht zur Dachbegrünung zulässig. Es ist davon auszugehen, dass das neue Wohnviertel das Stadtklima künftig weniger aufheizt, als die bisherige Nutzung der Fläche.
Anders wie dargestellt, hatte der alte Zustand einen deutlich höheren Grünflächenanteil (Luftbild nebenan von 2016, dazukommt noch der Bereich der psychiatrischenKlinik, der weitgehend mit Gehölz bestanden war). Bahnhofsareal Schwäbisch Hall 2016 Im gesamten Südareal sind lediglich 50 Bäume geplant. In den Innenhöfen werden sich über den Tiefgaragen keine großen Bäume entwickeln können. Dachbegrünungen könne nur einen Bruchteil von dem zum Stadtklimaleisten, wie geschlossene Gehölzbestände dazu im Stande sind.

Die vorgesehenen Baum-Neupflanungen sind kein Ersatz! Falls die Setzlinge überhaupt Fuß fassen können, wird es Jahrzehnte dauern, bis sie die „Klima-Leistung“ derjenigen Bäume erreichen, die abgeholzt werden sollen.
Mit der Eingrünung zum Bahngelände und Baumpflanzungen und Begrünungsfestsetzungen entlang der Steinbacher Straße, die u.a. auch eine Begrünung der Sockelzone vorsehen, kann der Eingriff wesentlich vermindert werden. Bei Baum-Neupflanzungen handelt es sich nicht um Setzlinge sondern in der Regel um 3x verpflanzte Bäume, von mindestens 18 – 20 cm, die in ein nährstoffreiches Substrat gepflanzt werden. Für 5 – 6 Bäume der Lindenallee wird derzeit eine Verpflanzung geprüft, da sich diese Bäume dafür altersbedingt eignen.
Richtig ist, dass Stadtumbau mit Eingriffen und Übergangsperioden verbunden ist, die mehrere Jahre dauern.
Wir bekommen von vielen Gartenbaumarchitekten die Meldung, dass insbesondere die groß gepflanzten Bäume erhebliche Probleme haben, im baulich verdichteten Bereich stadtklimatische, wirkungsvolle Kronen zu entwickeln. Eindrücklich kann man das im Solpark anschauen. Der Aufwand zum Erhalt ist immens.
Die 14 geplanten Bäumen können somit die entstehenden Verluste nie und nimmer ausgleichen.

Alternativen sind möglich, z.B. könnte man die Tiefgarage samt Häuserreihe in Richtung Bahngleise „verschieben“, somit die grüne Böschung erhalten und die herrliche Baumreihe vor dem Bahnhofsgebäude zu einem kleinen Erholungspark für Familien umgestalten.
Die Tiefgarage näher an die Bahnanlage zu verschieben, ist auf Grund einzuhaltender Abstände zur Bahn und ihren Fundamenten nicht möglich. Im verbleibenden Streifen zwischen der Tiefgarage und der Grenze zu den Bahnanlagen entsteht ein grünes Band entlang der Gleisflächen, welches aus Artenschutzrechtlichen und ökologischen Gründen ein bedeutendes Element in der Gesamtkonzeption bildet.
Die Baumreihe vor dem Bahnhofsgebäude bleibt erhalten.
Der neue Alternativvorschlag des Umweltzentrums berücksichtigt die geforderten Abstände.
Die Ausweisung eines grünen Bandes wird von uns begrüßt.
Der Erhalt der Baumreihe vor dem Bahnhof stand unseres Wissens zu keiner Zeit in Frage.

Wir sind der Meinung, das wir heute, im Jahr 2020, in Zeiten zunehmender Erderwärmung, es uns nicht mehr leisten können, gesunde Stadtbäume, gar einen ganzen Grüngürtel abzuholzen.
Die Inanspruchnahme der Gehölzfläche ist nicht isoliert zu bewerten, sonder Teil eines Abwägungsprozesses über ein Projekt der Innenentwicklung und des Stadtumbaus mit den oben beschriebenen Vermeidungs-, Minimierungs- und Ausgleichsmaßnahmen.
Wir sind der fachlichen Auffassung, dass baulich verdichteten Stadtquartieren, wie das BHF-Areal Süd jeweils naheliegende, stadtklimatisch und der Wohnqualität „dienende“ Grün- und Baumbestände zuzuordnen sind. Von isolierter Betrachtungsweise kann deswegen nicht die Rede sein.

Haller Tagblatt über die Gemeinderatssitzung


Im Haller Tagblatt erschien ein Artikel über die Gemeinderatssitzung in der über die Auslegung des Bebauungsplan abgestimmt wurde.
Ob man sich jetzt mit dem Alternative Lösungsvorschlag der Baumschützer auseinander setzt oder erst später im Zuge der öffentlichen Bekanntmachung.
Eine intensive Auseinandersetzung mit der günstigeren alternativ Planung und umweltschonender Naturnäherem Bebauungsplan wurde nicht in Erwägung gezogen.
Im Gegenteil es war von Gestrüpp die Rede und nicht von Baumschützern sondern Böschungsschützern. Von einer Ernsthaften Prüfung der Alternativlösung war bei manchen Gemeinderäten nicht zu erkennen.
Das Verfahren wird durch eine Ratsmehrheit 18 zu 10 Stimmen regulär fortgeführt.

Hier der Artikel im HallerTagblatt leider können nur Abonnenten den ganzen Artikel aus Urheberrechtlichen Gründen ganz lesen.

https://ezeitung.swp.de/suedwestpresse/schwaebisch-hall/2021-03-19/9/stadt-will-verfahren-nicht-stoppen-55766750.html

Die öffentliche Bekanntmachung durch das Bürgermeisteramt wurde am 01.04.2021 erstellt.
Die Bekanntmachung ist vom 09.04.2021 bis zum 10.05.2021 auf der Homepage der Stadt Schwäbisch Hall einzusehen.

https://www.schwaebischhall.de/fileadmin/Dateien/1_Stadt/Dateien/Rathaus_Service/Öffentliche_Bekanntmachungen/2021/BPlan_Bahnhofsareal_Nord/210401_Amtl_Bek_Auslegung_Bahnhofsareal_Nord_2021_01_04_s1.pdf

https://www.schwaebischhall.de/de/rathaus-service/aktuelles-presse/oeffentliche-bekanntmachungen

Stellungnahmen zu der Bekanntmachung können per Mail an
baurecht@schwaebischhall.de
eingereicht werden oder per Post an die Adresse
Stadt Schwäbisch Hall
Fachbereich Baurecht/Denkmalschutz
Gymnasiumstraße 4
74523 Schwäbisch Hall